Der Umgang mit Giftzwergen und Arschlöchern für Introvertierte

Eine kurze Szene aus meinem Leben:

Ich bin bei meiner Mutter zu besuch, gehe mit dem Hund an der Leine aus dem Treppenhaus und grüße die Nachbarin die dort steht freundlich. Sobald ich ihr den Rücken zudrehe, schleudert sie ihren Wischmopp auf meinen Hund und fuchtelt auf Russisch fluchend und drohend mit ihrem Putzgerät …
Dieselbe Frau lauert mich ständig auf, in dem sie scheinbar an der Tür lauscht und wie ein kreischende Furie aus ihrer Wohnung springt, sobald ich die Treppe hochsteige (wohlgemerkt erst dann wenn ich ihr den Rücken zugedreht habe.)

Komisch. Ich habe nie persönlich mit ihr gesprochen. Habe immer nett und freundlich gegrüßt sogar gelächelt wenn ich sie sehe, so wie es eben meine Art ist. Doch anscheinend habe ich es mit einem garstigen Giftzwerg zu tun und da solche Leute nun mal keine Ausnahmen sind und uns überall begegnen können, habe ich hier einen Notfallplan aufgestellt der sich besonders gut für introvertierte eignen, da wir ja nun meistens nicht den Kopf haben uns umzudrehen und sich mit den Angreifern ein Wortgefecht zu leisten wie es so manch ein extrovertierter tun würde …

Zu Beginn, die Erkennungsmerkmale eines jeden Giftzwerges, Arschloch und Stinker:

– Beginnen oft einen riesen Streit um nichts. (Warum zum Teufel liegt ein Teebeutel im Waschbecken..? )
– Glauben sie seien immer im Recht. (Wie kannst du es wagen durch mein Treppenhaus zu gehen? Ich habe das Recht zu bestimmen, wer hier durch geht …)
– Lügen und manipulieren, um ihre Interessen durchzusetzen.
– Sind eifersüchtig und missgünstig (Wie kannst du dir nur so ein Urlaub leisten?)
– Haben eine übersteigerte Anspruchserwartung ohne etwas dafür zu tun. (Wenn ihr einen Ausflug macht, habe ich das Recht mitzukommen! )
– Reden dir ein, das du das Problem bist.
– Klammern und Jammern
– Erpressen dich (Wenn du ohne mich ausgehst, musst du auf dem Sofa schlafen!)
– Behandeln dich wie Dreck und werden schnell Laut.
– Handeln hinter deinem Rücken (Beschwerden bei der Hausverwaltung, anstatt selbst etwas zu sagen.)

Ein Pessimist ist ein Mensch, der sich über den Lärm beklagen würde, wenn das Glück bei ihm anklopfte.

Mit Sicherheit kennt ihr solche Leute. Wir finden sie nicht nur unter Nachbarn, sondern auch in der Familie, unter Freunden oder Kollegen. Natürlich kann man auch mal einen miesen Tag haben und muffelig reagieren, aber hier geht es um ein dauerhaftes Problem um Menschen, die innerlich vergiftet sind. Nach dem du mit ihnen zu tun hattest, fühlt man sich schlecht, ausgelaugt und schuldig. Vor allem introvertierte Menschen sind dafür anfällig sich noch Tage danach in finstere grübelein zu stürzen, was schief gelaufen ist.

Doch mit diesen Notfallplan, bekommst du 6 Tipps wie du dich verhalten kannst wenn mal wieder so ein Stinker um die Ecke kommt.

1. Ausweichen, nicht immer möglich doch die einfachste Lösung. Umgeh der Konfrontation und bleib auf deinem eigenem Weg. Wenn du zu einem Feld kommst auf dem gerade giftige Pestizide aufgesprüht werden, gehst du ja auch nicht mittendurch.

2. Du konntest nicht ausweichen? Bleib ruhig und atme durch. Rechtfertige dich nicht! Egal wie die Anschuldigungen sind. Rechtfertigungen sind für Stinker immer Schuldzugeständnisse. Nimm dir fest vor: Wenn ich angeschrien werde, dann atme ich durch und bleibe ruhig.

3. Spiel das Spiel nicht mit. Stinker versuchen dich, auf ihre Ebene zu ziehen. Sie leben auf, wenn du anfängst sie ebenfalls zu beleidigen oder dich in Rage redest und sie spielen das Spiel viel besser als du. Stattdessen verblüffe die Giftschleuder und wirf ihn aus der Bahn. Lache laut, sag ein paar nette Worte, geh wortlos weg, oder sage Garnichts und starre auf die Nase des Stinkers. Zieh meinetwegen eine Clownsnase aus der Tasche und setzt sie auf. Schmeiß Konfetti aus deiner Hosentasche, pfeif mit einer Trillerpfeife ….

4. Habe Mitleid aber kein schlechtes Gewissen! Menschen die scheinbar über nichts anderes als die Sauberkeit im Waschkeller nachdenken, können kaum einen erfüllenden Lebensinhalt haben. Es sind traurige Existenzen, die nichts Erleben und kein inneres Feuer mehr spüren. Aber denke daran, deswegen haben sie nicht das Recht dich als Prügelknaben zu benutzen!
Du kannst dir auch vorstellen, das die Giftschleuder nicht mehr lange zu Leben hat und todkrank ist …

5. Wenn ein Gespräch mit einem Giftzwerg unvermeidlich ist, weil er vielleicht dein Vermieter oder Chef ist, dann kenne immer dein Ziel!
Das ist wichtig damit dich keiner in einem Netz aus Lügen und Behauptungen einspannen kann. Ein Beispielziel könnte sein: Haltung zu bewahren und dich selbst mental zu schützen. Oder auf ein neutrales Verhältnis mit den Nachbarn zu kommen.

Jetzt kannst du alle Argumente und Antworten die du vorbringst auf dieses Ziel überprüfen, um dich nicht zu verzetteln. (Natürlich sollte das Ziel immer lebensbejahend sein und nicht darauf aus sein den andern zu Zeigen, wer den Hammer schwingt, dann wärst du nämlich ebenfalls ein Giftzwerg)

Wenn du dir nicht zutraust das alleine zu machen nimm dir einen Freund- kollegen mit der dich unterstützt und deine Ziele kennt.

6. Verfalle nicht ins Grübeln, sondern spüle die Gedanken das Klo herunter!
Hör auf dich zu fragen, WARUM diese Person so geworden ist, oder was das mit dir zu tun hat. Es ist nicht deine Aufgabe dein Gegenüber zu therapieren. Stattdessen schreibe alles was dir Bauchschmerzen bereitet handschriftlich auf und entgifte dich in dem du den Zettel verbrennst oder im Klo herunterspülst.

Nach einer Begegnung mit einem solchen Menschen solltest du dir auf jeden fall eine Pause gönnen und in Ruhe wieder aufladen. Bei einem Kakao oder einem guten Buch, mit guter Musik und Zeit für dich.  Denn kein Arsch hat das Recht dir deine Flügel zu stutzen nur weil er nie gelernt hat zu fliegen!

Zum Schluss noch eine kleine inspirierende Geschichte:

Zu Buddha kommt einer seiner Bewunderer und erzählt ihm, was alles schiefläuft. Er beschwert sich über die anderen Buddha-Anhänger und dass jene seine Lehre völlig verkehrt auslegen würden. Er mokiert sich über die mangelnde Disziplin beim Meditieren und zu guter Letzt beschwert er sich auch noch über Buddha selbst, der dem Treiben tatenlos zusehen würde. Daraufhin blickt ich Buddha mit freundlicher Miene an und sagt: „Darf ich dir eine Frage stellen?“ „Ja klar!“, antwortet der „Jünger“. „Wenn jemand zu dir kommt und hat ein Geschenk für dich, aber du nimmst das Geschenk nicht an, wem gehört dann das Geschenk?“ „Dem Schenkenden, ist doch klar!“, antwortet der Jünger unwirsch. Worauf Buddha in seiner unnachahmlichen Art darauf reagierte und zu ihm sagte. „Es ist sehr nett, dass du an mich gedacht hast, allerdings will ich dein Geschenk nicht.“

 

Viel Erfolg auf eurem Weg!

Eure

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